Schüler helfen Schülern

Die Viktoriaschule steht als Gymnasium der Evangelischen Kirche für ein Miteinander in christlicher Verantwortung für den Nächsten, die Gesellschaft und die Schöpfung.

 

Gerne unterstützen wir unsere Schülerinnen und Schüler,

  • wenn sie in konkreten Projekten ihre sozialen Kompetenzen schulen und anwenden möchten,
  • wenn sie sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen und sich ihrer
    sozialen Verantwortung bewusst werden,
  • wenn sie sich innerhalb der Schule für ein gutes christliches Miteinander engagieren.

Wir laden Sie herzlich ein, in unseren einzelnen Projektbeschreibungen zu stöbern!


Peer-to-Peer-Projekt an der Viktoriaschule

von Heiko Kleinfeld, Lehrer für Suchtprävention

 

Unter Gleichaltrigen fällt das Reden einfach leichter, gerade wenn es um brisante Dinge wie Alkohol und Drogen geht. Die entwicklungspsychologische Erkenntnis, die hinter diesem Peeransatz steckt, ist die Beobachtung, dass Gleichaltrige im Leben eines jungen Menschen
ab einem bestimmten Lebensabschnitt eine größere Rolle als die Erwachsenen spielen.

 

Suchtprävention wird an unserer Schule seit vielen Jahren groß geschrieben und ist fest in unterrichtlichen Zusammenhängen und Projekten verankert. Seit dem Schuljahr 2004/2005
führt die Viktoriaschule - jeweils mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins -
erfolgreich ein Sucht- und Drogenpräventionsprojekt von Schülern für Schüler durch.  

 

Zu Beginn richteten wir uns an die 6. und 7. Klassen. Das Ganze war so erfolgreich, dass in
den folgenden Schuljahren erneut in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe Aachen Oberstufenschülerinnen und Schüler der Klassen 11 und 12 zu Moderatoren in der
Suchtprävention ausgebildet wurden.

 

Zielgruppen der Aktionen sind inzwischen die Klassen 6 – 9. Thematisch arbeiten die Peers
mit den Schülern dieser Klassen allgemein zum Thema Sucht (Klasse 6) oder speziell zu
Alkohol, Essstörungen, Ritzen und Cannabis (Klassen 7 -9). Beim Thema Alkohol gibt es auch
eine Kooperation mit den Anonymen Alkoholikern. Die Resonanz auf die verschiedenen
Themen ist sehr groß.

 

Wegen des großen Erfolges bei den Schülerinnen und Schülern, aber auch der positiven Rückmeldungen durch die Eltern soll das Peer-to-Peer-Projekt unbedingt auch in den
nächsten Schuljahren eine Fortsetzung finden.


Das Peer-Projekt – ein kleiner Einblick in die Peerausbildung 2015

Von Sarah Fellner, Schülerin der EF 2015

 

Das Peer-Projekt der Viktoriaschule in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe Aachen dient
der Sucht- und Drogenprävention bei Jugendlichen. Ziel ist es, Schüler der 10. Klasse
auszubilden, damit diese ihr Wissen später an jüngere Schüler (Klasse 6 bis 9) weitergeben können, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass es jüngeren Schülern leichter fällt, mit anderen Teenagern über Dinge wie Drogen zu sprechen als mit Lehrern.

 

Die Klassen, die die Peers besuchen, können sicher sein, dass das, was sie erzählen, vertrauensvoll behandelt wird und nicht an Lehrer weitergegeben wird.

 

Die Ausbildung in diesem Schuljahr erfolgt an vier Tagen, an denen die SchülerInnen die Suchthilfe Aachen besuchen und sich dort von Yvonne Michel zu Peers ausbilden lassen.
Die ersten beiden Tage haben bereits stattgefunden.

 

Als wir an unserem ersten Tag ankamen, wurden wir sehr freundlich empfangen und
bekamen Essen und Getränke zur Stärkung nach der Schule. Nachdem die Formalitäten
geregelt waren, ging es auch direkt los.

 

Am ersten Tag haben wir uns zum Beispiel in Kleingruppen zusammengetan und kurze Präsentationen zu einer bestimmten Sucht vorbereitet (z.B. Cannabis, Alkohol oder
Essstörungen), die vorgestellt und besprochen wurden.

 

Dabei haben wir nicht nur Wissenswertes erfahren, sondern hatten gleichzeitig die
Möglichkeit, unsere Teamfähigkeit zu verbessern. Mit einigen Süchten haben wir uns
detaillierter befasst:

Wir haben uns zum Beispiel innerhalb einer Gruppe damit beschäftigt, welche Gründe es
gibt, mit dem Rauchen anzufangen. Eine andere Gruppe wiederum besprach zeitgleich,
welche Folgen das Rauchen haben kann. Danach wurde auch das in der großen Gruppe besprochen und Frau Michel zeigte uns die „Schadstoffzigarette“. Dies ist eine große
Zigarette aus Pappe, mit deren Hilfe man über alltägliche Dinge (wie z.B. Rattengift,
Autoreifen oder Nagellack) einige Schadstoffe in einer Zigarette veranschaulichen kann.

 

Auf der einen Seite haben wir also schon einige Informationen über Süchte erhalten,
auf der anderen Seite konnten wir uns über eigene Erfahrungen austauschen.

 

Uns wurde auch erklärt, wie man das gesammelte Wissen weitergeben kann. Die meisten Schüler, die die Peer – Ausbildung abschließen, gehen danach in Klassen jüngerer Schüler
und vermitteln ihnen das, was sie gelernt haben.

 

Damit uns dies leichter fällt, wurde besprochen, wie man eine solche Stunde aufbauen
könnte und Frau Michel zeigte uns einige Warm-ups, die wir bei den jüngeren Schülern
benutzen können. Darunter waren Spiele, die sich allgemein mit Süchten/Drogen beschäftigen, aber auch solche, die darauf abzielten, eine bestimmte Droge besser kennen zu lernen.

 

An dieser Stelle möchten wir uns bei den zuständigen Lehrern Herrn Kleinfeld und Herrn
Kramer für die Organisation der Ausbildung bedanken. Wir danken ebenfalls dem Verein
der Freunde und Förderer der Viktoriaschule Aachen für die finanzielle Unterstützung und natürlich der Suchthilfe Aachen und Frau Michel für die tolle Ausbildung.


Ausbildung zum Gruppenhelfer

von Krenne Aymans, Lehrer

 

Schon seit vielen Jahren arbeitet der Zirkus mit dem Stadtsportbund Aachen zusammen.
Dieser bietet alle zwei Jahre - speziell für unsere Schüler und Schülerinnen - einen 'Gruppenhelfer 1 + 2-Kurs' an.

 

Zitat: "Gruppenhelfer/innen gestalten die Sportangebote der Gleichaltrigen und in
Kindergruppen mit. Sie unterstützen dabei die Übungsleiter bei der Planung und
Durchführung [...] von Spiel- und Übungsstunden und leiten Stundenteile [...] selbst".

 

Weil der Zirkus nur mit sehr vielen "Zirkushelfern" funktionieren kann, ist dies eine
sinnvolle Ausbildung für alle Betreuer.

 

Als die Landeskirche die Fördergelder dafür gestrichen hat, ist hier dankenswerter-
weise der Förderverein eingesprungen.


Die SV auf Fahrt

von Jutta Nießen, Vertrauenslehrerin

 

Seit 2007 lädt die Schülervertretung der Viktoriaschule alle Klassen- und Stufensprecher zu einem mehrtägigen Austausch in das Jugendhaus der ev. Kirche in Monschau ein.

 

Die Mitarbeiter der SV und die beiden Vertrauenslehrer reisen meist in der Zeit um die Halbjahreszeugnisse in die Eifel, bereiten dort das Treffen inhaltlich wie kulinarisch vor,
und am darauf folgenden Tag stößt der restliche Schülerrat dazu.

 

Nach der Ankunft in dem gemütlichen Haus unterhalb der Monschauer Burg werden die Neuankömmlinge zunächst mit einem selbst gekochten Mittagessen verwöhnt, bevor es nachmittags nach einer spielerischen Kennenlernrunde bis in den Abend hinein in
verschiedene Workshops zu aktuellen Themen geht.

 

Meist nach Jahrgängen sortiert versammeln sich die Schüler in von SVlern geleiteten
Gruppen und diskutieren relevante Themen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, „Umweltschutz an Viktoria“, „Schülerrechte“ und es gibt immer Gelegenheit für weitere Anregungen, Ideen und Kritik.

 

Am Abend bilden sich Spiel- und Gesprächsrunden, und am nächsten Morgen trifft sich das Plenum nach Frühstück und kollektiver Aufräumaktion zu einer Rückschau auf die Arbeitsgruppen, Präsentation der Ergebnisse und Planung weiterer Projekte.

 

Wieder zurückgekehrt in die Schule, wird Herr Schneider zu einer SV-Sitzung eingeladen, in
der er über die auf der Fahrt besprochenen Themen, Probleme und Wünsche informiert wird.

 

Auf unseren SV-Fahrten sind schon viele gute Ideen entstanden, die – oft auch durch die engagierte Unterstützung der Schulleitung – umgesetzt werden konnten.

 

Besonders wichtig ist aber die Begegnung aller Altersgruppen für die weitere Arbeit, denn während des Schulalltags wäre solch eine intensive und kontinuierliche Arbeit unvorstellbar,
und die Klassen-/Stufensprecher finden viel leichter den Kontakt, wenn Bedarf besteht.
Wo sonst kommt so ungezwungen und selbstverständlich ein Austausch über alle Jahrgänge hinweg zustande, vom Sextaner bis zum Abiturienten?