Außerschulische Lernorte

Neue Lernorte erweitern den Horizont und ermöglichen ganz neue Erfahrungen.


Gerne unterstützen wir unsere Schüler und Schülerinnen,

  • wenn sie sich auf den Weg zu Lernorten außerhalb der Schule machen,
  • wenn sie bei Besichtigungen, im konkreten Erleben und praktischen Ausprobieren bei Exkursionen in Museen, in die Natur und in wissenschaftliche Einrichtungen wichtige grundlegende Lernerfahrungen machen,
  • wenn sie an Projekten und Weiterbildungen außerhalb der Schule teilnehmen, die ihr Bewusstsein für gesellschaftliches und soziales Engagement unterstützen.

Wir laden Sie herzlich ein, in unseren einzelnen Projektbeschreibungen zu stöbern!


Generationsbrücke Deutschland

von Jutta Nießen, Lehrerin

 

Die Zusammenarbeit mit der „Generationsbrücke Deutschland“ ist ein neues
Kooperationsprojekt der Viktoriaschule, das im Schuljahr 2014/15 gestartet wurde.
Es dient dazu, die sozial-diakonischen Kompetenzen der Schüler zu entwickeln bzw. zu stärken.
Es handelt sich um ein halbjähriges AG-Angebot in Klasse 7, das auf die Unterrichtsreihen zu Diakonie bzw. Caritas (T 4a/b) bezogen ist.

 

Im Rahmen dieser nachmittäglichen AG wird es Schülern ermöglicht, in Kontakt mit alten pflegebedürftigen Menschen des Hauses Cadenbach zu kommen und mehr über diese
Generation und das Altern in unserer Gesellschaft zu erfahren. Die Jugendlichen können
von der Lebenserfahrung der alten Menschen profitieren und Wertschätzung und Anerkennung finden. Bestehende Vorurteile und Berührungsängste können abgebaut werden. In der AG wechseln sich Besuche in der Alteneinrichtung und Vor- bzw. Nachbereitungstreffen in
der Schule ab. Im Mittelpunkt der Begegnungen im Haus Cadenbach steht aktives Miteinander.

 

Die AG wird geleitet von Pfarrerin Christine Erzfeld vom Evangelischen Kirchenkreis Aachen,
die seit Februar 2015 mit einigen Wochenstunden an der Viktoriaschule tätig ist.


Exkursionen


Ein Workshop im Zeitungmuseum

von Charlote Kops, Schülerin, und Jörg Schleifer, Lehrer

 

Das Internationale Zeitungsmuseum befindet sich in Aachen in der Pontstraße 13 und öffnet dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ohne Führung kostenlos. Im Zeitungsmuseum gibt es bis zu 300.000 Zeitungen, die in den Anfängen von dem Privatgelehrten Oskar von Forckenbeck auf zahlreichen Reisen gesammelt wurden. Er sammelte zudem ca. 1.500 Bücher, die seine Frau nach seinem Tod der Stadt Aachen spendete. Im Museum gibt es eine Präsenz-Bibliothek, in der man in vielen Zeitungen aus verschiedenen Jahrzehnten und auch in diesen Büchern blättern kann.

 

Die Stadt Aachen bietet durch ihr Kulturbüro Gruppenführungen durch das Zeitungsmuseum mit anschließenden Workshops an. Im Frühjahr 2018 organisierten die Deutschlehrer der damaligen 8a und 8c, Herr Schleifer und Herr Möller, für ihre jeweiligen Klassen die Teilnahme an einer solchen Gruppenführung an zwei unterschiedlichen Terminen. Anschließend arbeiteten die Schüler und Schülerinnen in angeleiteten Workshops kreativ zum Thema „Bildmanipulation“ und „Unterschiedliche Adressaten von Zeitungen“.

 

Das Zeitungsmuseum besteht aus fünf Räumen, die verschiedene Themenbereiche über die Entwicklung der Zeitung darstellen sollen. Im ersten Raum kann man einen Film über die Entwicklung der Nachrichtenverbreitung sehen. Im zweiten Raum gibt es mehrere alte Zeitungen, an denen man erkennen kann, wie sich das Medium ‘Zeitung’ im Laufe der letzten Jahrhunderte entwickelt hat. Im dritten Raum erfährt man etwas über die Entwicklung der Schrift. Außerdem kann man dort an einer Landkarte die Zeitungen aus verschiedenen Ländern sehen. Im vierten Raum geht es um den Presse-Kodex, Fake-News, Bildmanipulation und die Privatsphäre von Menschen, die zum Beispiel durch Fotos nicht beschädigt werden darf. Im letzten Raum geht es schwerpunktmäßig um die Zukunft der Nachrichten.

 

Finanziert wurden die Workshops zur Hälfte von den Eltern, zur anderen Hälfte vom Förderverein der Viktoriaschule Aachen. 


Ypern - Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges

Exkursion nach Belgien

von Aileen Dovern und Thales Ranke, Schüler des LK Geschichte

 

Am 13.06.2018 fuhren der Grundkurs und Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe Q1
nach Ypern, um sich dort verschiedenen Aspekten des Ersten Weltkriegs zu nähern. 

Aufgrund einer anfänglichen Busverspätung ging uns leider wertvolle Zeit verloren. Außerdem war es geplant gewesen, den Film „Im Westen nichts Neues“ während der dreistündigen
Busfahrt anzuschauen - mit einer vorheriger Einführung durch eine Schülergruppe. Da jedoch auch der DVD-Player nicht funktionierte, mussten das Referat und der Film ausfallen.

 

Endlich angekommen besichtigten wir als erstes das „In Flanders Fields Museum“, wo uns
ein Museumsführer durch das Museum begleitete und uns die wichtigsten Aspekte der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg erklärte. 

Oben auf dem Turm des Museums hielten drei Gruppen des Leistungskurses jeweils ein
Referat über die vier Flandernschlachten. Hier oben fiel es uns einfacher, das Ausmaß der Schlachten und die örtlichen Gegebenheiten zu erfassen. In dem Museum wurden uns die Strategie der Kriegsmächte, die Ausrüstung, das Leben der Soldaten, das Ausmaß an
Zerstörung als auch das Leid der Menschen aufgezeigt. 

Die moderne Einrichtung des Museums und die Möglichkeit, sich mit einem elektronischen Armband frei und mit eigenen individuellen Schwerpunkten durch die Ausstellung zu
bewegen, sprachen uns sehr an. Besonders berührten uns wie Pyramiden aufgebaute Wände,
auf denen Bilder von Toten und stark Verletzten dargestellt waren. Es waren zum Beispiel Soldaten, die von Granatsplittern getroffen worden waren.

 

Nach einer Pause fuhren wir weiter zu einem deutschen Soldatenfriedhof namens ‘Langemark‘. Dort hielten Schüler des Leistungskurses und des Grundkurses Referate über dessen
Geschichte und den mit ihm verbundenen Mythos. Insgesamt wurden mehrere deutsche Soldatenfriedhöfe auf diesem Friedhof zusammengelegt, was dazu führte, dass viele
Soldaten nicht identifiziert werden konnten. Der eigentliche Friedhof ist von den zusammen-gelegten Friedhöfen gut zu unterscheiden, da man ein paar Treppenstufen hochgehen musste, um auf den neuen Teil zu gelangen. Die Gräber sind durch eine Steinplatte auf dem Boden gekennzeichnet, auf denen, soweit es bekannt ist, Name, Rang und Todesdatum der Begrabenen stehen. In dem neuen Teil stehen noch drei Schutzbunker. Der alte, nicht zusammengelegte
Teil des Friedhofs wird durch viele alte Bäume beschattet. 

Direkt am Anfang des Friedhofs befindet sich ein Massengrab, wo fast 25.000 Soldaten
begraben liegen. Vor dem Massengrab stehen vier Statuen, die trauernde Soldaten darstellen.
In Langemark liegen ungefähr 45.000 deutsche Soldaten, wovon 30.000 nicht identifiziert wurden. Aufgrund der schlichten Gestaltung des Friedhofs und der großen Bäumen wirkt
dieser Friedhof sehr bedrückend.

 

Im Kontrast dazu steht der englische Soldatenfriedhof ‘Tyne Cote Memorial‘, den wir im
Anschluss besuchten. Dieser ist mit weißen Grabsteinen, Rosen und vielen anderen bunten Blumen, einem erhöhten Kreuz in der Mitte des Friedhofs und hohen weißen Namens-Steintafeln, die in einer Wand als Eingang dienen, deutlich anders gestaltet. Im Gegensatz zum deutschen Soldatenfriedhof hat jeder Soldat ein Einzelgrab, wo auch der Name und die Einheit stehen,
in der der Soldat gedient hatte. Dieser Friedhof wirkte auf uns viel freundlicher.

 

Nach der Besichtigung des Friedhofs traten wir die Rückfahrt an, auf der viel über die Tagesexkursion geredet und diskutiert wurde. Die Exkursion hat uns durch die verschiedenen Stationen das Ausmaß und die Tragik des Ersten Weltkrieges gut näher gebracht und
verdeutlicht. Wir möchten den folgenden Geschichtskursen in der Q1 empfehlen, die Exkursion ebenfalls zu machen, da das selbst Gesehene und Erlebte die Unterrichtreihe zum Ersten Weltkrieg wesentlich interessanter macht und deutlich unterstützt.


Luther lohnt sich!

Die Sache Martin Luthers – kirchenbauliche Spuren der Reformation von Torgau bis nach Aachen 2016

Exkursion des LK Religion der 12. Klasse

Homepage und Blog zur Exkursion



Besuch der Lateiner in der Römerstadt Xanten

von Miriam Göbel, Lehrerin

 

Jeden Oktober fahren die 7. Lateinklassen der Viktoriaschule für einen Tag nach Xanten
in den Archäologischen Park.

 

Dort erhalten die Schüler eine Führung im Römermuseum, wo sie die Thermenanlage der
alten römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana kennen lernen. Außerdem erleben sie einen faszinierenden Gang durch die römischen Jahrhunderte, treffen auf erste Legionäre, die
kurz vor der Zeitenwende am Rhein eintrafen, erleben die dramatischen Auswirkungen des Bürgerkrieges in Rom auf den Niederrhein und werden Zeuge von Aufstieg und Niedergang
der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana. Über 2500 originale Funde zeichnen ein anschau-liches Bild des römischen Lebens in Germanien. Dabei laden eine Menge Dinge zum
Anfassen und Ausprobieren ein. Außerdem gibt es über 30 Stationen zum Mitmachen,
Riechen, Fühlen und Hören.

 

In der anschließenden Mittagspause können die Schüler in dem Restaurant in der
römischen Herberge, welches bekannt ist für seine Küche nach antiken Originalrezepten, lukanische Würstchen, Numidisches Huhn oder Gerstensuppe usw. probieren. Normales
Essen ist dort aber auch möglich.

 

Nach der Stärkung erkunden die Schüler in Gruppen selbständig in Form einer Rallye den Archäologischen Park mit seinen imposanten Gebäuden (Amphitheater, Hafentempel, Stadtmauer...).

 

Zum Schluss haben die Schüler die Gelegenheit, sich auf dem riesigen Hüpfkissen, einem
großen Abenteuerspielplatz oder einem Wasserspielplatz (mit Elementen der römischen Wasserbautechnik) auszutoben.

Es ist jedes Mal ein erlebnisreicher, lehrreicher und spaßiger Tag für die Schüler in Xanten.

 

Vielen Dank für die finanzielle Unterstützung!


Auf nach Leverkusen!

Exkursion ins Schülerlabor der Bayer AG 2015

von Paula Schönfelder, Schülerin

 

Am 7. Mai fuhren wir, der Biologie LK von Frau Stoffers der Viktoriaschule Aachen, nach Bayer Leverkusen, um Genetik und Gentechnik hautnah mitzuerleben.

 

Schon seit einigen Wochen behandelten wir das Thema und waren entsprechend gut vor-
bereitet. Nach einer etwa 1 ½ stündigen Fahrt nach Leverkusen wurde unser Bus auf dem
Gelände von Bayer empfangen. Beeindruckend waren nicht nur die Größe der gesamten
Anlage, sondern auch die vielen Grünanlagen mit Teichen und Flüssen, die sich überall
entlang zogen. Wir wurden freundlich begrüßt und in eins der vielen Gebäude gebracht.
Dort erwartete uns im Vortragsraum auch gleich eine Präsentation, in der wir einiges über
die Firma, aber auch zum Beispiel über die Pflanze Raps lernte. Mit dieser sollten wir uns
nämlich noch im Laufe des Tages beschäftigen.

Dem Vortrag der Schüler folgten sogleich einige zum Teil kritische Nachfragen zum Thema Gentechnik und vor allem ihrer ethischen Seite.

 

Daraufhin wurden wir mit Kitteln sowie Schutzbrillen ausgestattet und in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese bekamen jeweils ein eigenes Labor mit zwei Betreuern.

 

Von da an begann der praktische Teil. Zunächst gab es eine kleine Einführung in das
Pipettieren mit sehr geringen Mengen, zum Teil mit 3 Mikrolitern, womit wir alle noch keine Erfahrung hatten. Dann ging es erst richtig los: Um DNA vergleichen zu können und somit Mutationen oder Fremd - DNA feststellen zu können, führt man eine Gelelektrophorese durch.
Um die Erfolgsrate zu erhöhen, muss die DNA zunächst vervielfältigt werden, dies geschieht durch die PCR, der Polymerase-Kettenreaktion. Dafür muss der Zellkern zunächst zerstört
und die DNA extrahiert werden. In mehreren Schritten fügten wir der eigentlichen Pflanzenzelle verschiedene Lösungen hinzu, die unter anderem fettlösend waren, um die Kernhülle zu zerstören. Dann wurden diese Lösungen zentrifugiert, bis irgendwann nur noch die DNA
übrig war.

 

Dann konnten wir die PCR vorbereiten. Während diese arbeitete, gab es für uns eine kleine Stärkung in der großen Mensa der Firma. Danach ging es weiter mit ein wenig Theorie, die
unser Kurs auf Grund der vorbereitenden Unterrichtsstunden in der Schule gut meistern konnte. Es war zudem eine gute Übung für die Klausur, die einen Tag danach folgen sollte. Nach der
PCR durften wir schon einmal das Gel für die Elektrophorese vorbereiten. Später füllten wir die DNA ein und konnten die ,,Wanderung“ der Stücke mit eigenen Augen sehen. Bei beiden Gruppen hatten wir am Ende gut sichtbar das Ergebnis vor uns liegen. Anhand dieser konnten wir eine Mutation bei der Rapspflanze feststellen.Dies war für alle sehr interessant und lehrreich, da
man die Versuche immer nur in der Theorie besprochen hatte, und sie nun selbst durchführen durfte. Dadurch war es leichter, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen.

 

Insgesamt war der Ausflug sehr lohnenswert, denn er gab uns einen Einblick in ein großes Unternehmen und führte uns vor Augen, was dort überhaupt passiert. Außerdem machte er
uns die manchmal sehr theoretische Genetik anschaulich und brachte sie uns näher.


Die Vulkanregion Laacher See

Unterwegs mit Prof. Dr. Klaus Reicherter von der RWTH 2014

von Andreas Kramer, Lehrer

 

Der Laacher See Vulkan liegt im Osten der Vulkaneifel, nur ca. 8 km von Andernach am Rhein entfernt. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich bei dem Vulkan um eine vulkanische Hohlform, die heute mit einem See gefüllt ist. Der See misst 1964 x 1186 Meter, hat einen
Umfang von 7300 Meter und eine Fläche von 3,3 Quadratkilometer. An seiner tiefsten Stelle
ist er 53 m tief.

 

Der Laacher See ist von einem Ringwall umgeben, der an seiner höchsten Stelle 125 m hoch ist. Dieser Ringwall veranlasste die Wissenschaftler dazu, den Laacher See Vulkan als Maar zu klassifizieren. Heute gehen Wissenschaftler eher davon aus, dass es sich bei der Depression
um eine Caldera handelt. Calderen entstehen, wenn der Vulkanbau nach der Eruption in die entleerte Magmakammer stürzt. Der Laacher See Vulkan könnte demnach als Maar angefangen haben und sich nach einem ungewöhnlich starken Ausbruch zu einer Caldera erweitert haben.

 

Die Hälfte der drei Erdkunde Grundkurse der EF haben sich auf die Spurensuche des Laacher
See Vulkans begeben.

 

Die Landschaft um den Laacher See – eine Landschaft der man nicht sofort ansieht, dass es
sich um eine aktive Vulkanlandschaft handelt. Nur an kleinen Details erkennt man die Aktivität. Spuren der vulkanischen Tätigkeit finden sich heute noch in der Form vulkanischer Aus-
gasungen (Kohlenstoffdioxid steigt am Südrand des Sees an die Wasseroberfläche, so-
genannte Mofetten). Die Letzte Eruption erfolgte vor 11000 Jahren.

 

Der Laacher See mit seinen Lavaströmen hat Bimsanlagerungen erbracht.

 

In den alten Vulkanschloten finden sich Kerne von hartem Basalt. Zerkleinert dient er als
Schotter für Schienenwege, unzerkleinert als Werkstein. In vielen Eifeldörfern säumen alte Mühlsteine die Straßen. Seit der Römerzeit hat man sie aus dem harten, scharfkantigen
Material geschlagen.

 

Die Wingertsbergwand offenbart die ganze Dramatik des Ausbruchs des Laacher-See-Vulkans. Prof. Dr. Reicherter erklärte uns sehr anschaulich, wie lange das feurige Inferno, dem die vulkanischen Schätze zu verdanken sind, dauerte, als vor rund 12.900 Jahren der Laacher See-Vulkan zum ersten Mal ausbrach und weite Teile der Landschaft um ihn herum meterhoch mit Lava und Bimssand wie ein Leichentuch bedeckte und alles Leben darunter erstickte.